Interview mit Denis Fischer

 

Introtext: Denis Fischer ist Sänger, Schauspieler und Entertainer mit einer Vorliebe für große Inszenierungen – beruflich wie privat. Mit seiner samtigen tiefen Stimme singt er meist englische Lieder – aber nicht nur, wie seine Hommage an Harald Juhnke beweist – und interpretiert dabei die Songs der ganz Großen – wie etwa Leonard Cohen oder Neil Young – auf seine ganz eigene, besondere Art und Weise. Für alle, die Denis Fischer noch nicht lauschen durften, haben wir hier mit „Gestern noch heute“ und „Dance me to the end of love“ eine kleine Auswahl zusammengestellt…

 

Catrin: Ihr aktuelles Projekt trägt den Titel „Fischer singt Cohen“. Wie kam es dazu, dass Sie sich für eine Neuinterpretation der Songs von Leonard Cohen entschieden haben? Und wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Carsten Sauer und Ralf Stahn?

 

Denis Fischer: Eine Leonard Cohen Hommage zu machen, war mir schon lange ein großes Anliegen. Diese wunderschönen, fragilen Songs werden von Cohen selbst inzwischen mit großer Band gespielt. Ich wollte die eigentliche Zerbrechlichkeit der Lieder wieder live auf die Bühne bringen. Dafür habe ich mir Ralf Stahn am Kontrabass und Carsten Sauer am Piano dazu geholt. Mit beiden arbeite ich schon länger zusammen.

Catrin: Welchen Bezug haben Sie zu Elvis Presley? Immerhin haben Sie Ihr letztes Programm, in dem Sie eigene Songs mit Interpretationen von Klassikern wie Neil Young, Cyndi Lauper, Patti Smith, Iggy Pop und anderen kombinieren, nach seinem Song „Devil in Disguise“ benannt.

 

Denis Fischer: Elvis war das Idol meiner Kindheit. Ich hatte eine ganze Wand voller Poster im Kinderzimmer.

 

 

Catrin: In „Death Songs“ haben Sie sich mit Todessehnsüchten und -ängsten, von berühmten Kollegen und von Ihnen selbst, befasst. Was macht dieses Thema so interessant für Sie?

 

Denis Fischer: Mich interessiert alles, was mehr als eine Ebene hat. Der Tod ist verführerisch, grausam, ein Dandy und ein Monster zu gleich. Das finde ich spannend.

 

 

Catrin: Die Dresdener Zeitung schrieb über Sie „Das Kind von Nick Cave und Edith Piaf müsste wohl Denis Fischer heißen“ und die Berliner Zeitung verglich Sie mit David Byrne? Stimmen Sie dem zu? Und wenn ja, was schätzen Sie an diesen Künstlern?

 

Denis Fischer: Ich freue mich, so etwas zu hören, da diese Künstler große Vorbilder von mir sind. Wenn ich also etwas tue, was jemanden an diese wunderbaren Menschen erinnert, dann mache ich wohl irgendwas richtig.

 

 

Catrin: Sie sind sehr engagiert am Theater. Ihr aktuelles Theaterprojekt „Shockheaded Peter – die Junk-Oper für Unerschrockene“ beschäftigt sich mit „schwarzer Pädagogik“, kein alltägliches Vorgehen bei der Kindererziehung. Wie wichtig ist es Ihnen, als (musikalischer) Outlaw zu gelten?

 

Denis Fischer: „Musikalischer Outlaw“ … hört sich cool an. Das lasse ich mal so stehen.

 

 

Catrin: Wie ist es möglich, eine Brücke zwischen der Elektronischen Musik und der Oper zu schlagen – so geschehen in dem Musiktheater „AFER HOURS“?

 

Denis Fischer: Fette Beats und Operngesang. Das kann gut gehen, muss aber nicht. Besonders cool an dem Projekt war, dass wir im Berliner „Berghain“ gespielt haben. So konnten wir zur Vorbereitung auch ein paar Mal in den Club, ohne vier Stunden in der Schlange zu stehen.

 

 

Catrin: Können Sie uns schon etwas über ihr neues Programm verraten, das ab dem 1. Oktober 2012 zu hören sein wird?

 

Denis Fischer: Mein neuer Abend beschäftigt sich mit Gedichten von Federico Garcia Lorca. Bei ihm hat Cohen viel abgeschaut. Ich habe die Gedichte aus dem Spanischen mit der Hilfe einer Übersetzerin ins Deutsche übertragen und neu vertont. Die Texte sind sehr erotisch ohne peinlich zu sein und führen den Zuschauer in eine ganz andere Welt, als es die Musik, die man heute im Radio hört, das tut. Auf den Abend freue ich mich schon sehr!

 

 

Catrin: Inwiefern unterscheidet sich für Sie die künstlerische Szene in Bremen von der in Berlin oder Hamburg?

 

Denis Fischer: In Berlin gibt es einfach immer zehn Leute mehr, die auch grade versuchen, was zu reißen. Die Konkurrenz ist also viel größer als in anderen Städten, aber dadurch ist auch das Angebot vielseitiger. Berlin ist einfach eine gute Stadt für Kreative.

 

 

Catrin: Audio?

Denis Fischer: iTunes – Oldieradio

 

 

Catrin: Video?

Denis Fischer: „Das Bildnis des Dorian Gray“. Die Original Version mit Helmut Berger.

 

 

Catrin: Disco (als place to be/ wo ist es besonders schön/ Lieblingsplatz)?

Denis Fischer: In Tirol auf ´nem Berg.

 

 

Catrin: Discere („Vom Leben gelernt“/ gutes Zitat)?

Denis Fischer: „Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen!“ (Oscar Wilde)

 

Was auf die Ohren von Denis gefällig?

 

Dance me

Gestern noch heute

 

Weiterführende Informationen:

www.denis-fischer.de

 

  1. Maike sagt:

    Nice, der Herr im Ritterkostüm…


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